Samstag, 13. Februar 2016

[Film Review] Seventh Son


SEVENTH SON

Der siebte Sohn eines siebten Sohnes zu sein, bedeutet ein für etwas Großes vorgesehen zu sein. Der Geisterjäger Gregory kämpft gegen böse Hexen, insbesondere fürchtet er ihre Königin, Mother Malkin. Einst gelang es ihm sie wegzusperren, doch als der Blutmond aufzog, befreite sie sich. Nun sinnt sie auf Rache.

     Ihr gelang es Gregory in eine Falle zu locken, doch anstatt ihn zu erwischen tötete sie seinen Lehrling. Nun muss sich der Meister einen neuen Zögling suchen, denn alleine kann er das Böse nicht stoppen. Fernab davon lebt der jugendliche Thomas ‚Tom’ J. Ward, der jüngste von sieben Brüdern, mit seiner Mutter und Bruder Jack, sowie dessen Frau Ellie in einer friedlichen Gegend auf einem Bauernhof. Während Tom’s andere Brüder bereits in die Welt hinausgezogen sind, fühlt er sich in der Idylle wohl und hat kein Interesse an Abenteuern.

     Eines Tages offenbart ihm seine Mutter, das er sich täuscht und das Schicksal einen Weg für ihn vorgesehen hat. Da taucht Gregory auf und fordert Tom auf ihm als neuer Lehrling zu folgen. Er ist der siebte Sohn eines siebten Sohnes und besitzt deshalb besondere Fähigkeiten mit denen er den Beruf des Spooks, des Geisterjägers, bestens geeignet ist.
     Gregory ist der Letzte seines Ordens und weiß zunächst nicht, was er von seinem Schüler halten soll. Von ihm lernt Tom alles um Hexen, Geister, magische Monster genannt Boggarts und Dämonen zu töten und zu bannen. Es dauerte eine Weile bis er sich an seine zukünftige Lebensaufgabe gewöhnt hat und eine Faszination dafür gewinnt. Zum einen fühlt er sich wie ein Ritter, der die Menschen beschützt und doch haben sie gerade deshalb Angst vor ihm und meiden ihn.
      Wie Gregory wird auch er eines Tages einsam als Einzelgänger seinen Pflichten nachkommen. Diesen Punkt mag er nicht besonders und fragt seinen Mentor über dessen Vergangenheit aus. So erfährt er von der mächtigen Hexe Mother Malkin, die Gregory nur mit Glück bannen konnte, weil er ihr beinahe verfallen wäre. Durch ein Missgeschick befreit Tom Mutter Malkin, wobei er die zweite Seite der Hexen kennenlernt; sie können sich in mächtige drachenartige Monster mit scharfen Krallen und gefährlichen Schwänzen verwandeln.

      Endlich in Freiheit schart Malkin ihre dämonischen Mitstreiter um sich und bereitet ihre Rache vor. Nicht nur Gregory soll büssen, auch die gesamte Menschheit soll ihren Zorn spüren. Inzwischen erfährt Gregrory was Tom getan hat und ist sauer auf seinen Schüler und will ihn eigentlich davonjagen. Leider weiß er aber, dass er selbst nicht mehr der Jüngste ist und Tom benötigt. Sie folgen Malkins Spur, die ihre Untergebene auf sie hetzt.
     Ständig im Kampf ist es schwer gut von böse zu unterscheiden, besonders als Tom die hübsche Hexe Alice trifft, verfällt er ihr. Da Gregory fürchtet, dass Tom den gleichen Fehler wie er macht, befiehlt er die Hexe gleich zu töten, doch bei Alice bringt Tom es nichts über Herz. Er zweifelt. Hat sein Mentor vielleicht Recht und Alice steht eigentlich auf Malkins Seite. Dazu entdeckt er, dass seine magischen Fähigkeiten mit einem Familiengeheimnis zu tun haben und warum scheint jeder etwas zu verheimlichen. Wem kann und soll Tom vertrauen?

     Die spannende Fantasy Saga um den heranwachsenden Spook Tom Ward verfasste der britische Autor Joseph Delaney in dreizehn Büchern, sowie einigen Kurzgeschichtensammlungen, von denen leider nur Fünf unter dem Serientitel ‚Spook’ in Deutsch vom cbj Verlag veröffentlicht wurden. Die Idee zu den Romanen hatte er wie folgt: "Ich kaufte ein Haus im englischen Dorf Stalmine und erfuhr, das in der örtlichen Kirch ein Poltergeist, der Hall Knocker, sein Unwesen trieb. Dieser verschob Grabsteine, rüttelte an Kirchentüren und erschreckte Besucher. Bei genauer Betrachtung boten viele Orte um Stalmine solche Geistergeschichten. Ich überlegte, wer wäre der richtige Kämpfer gegen sie und so entstand der Spook."
     Die Verfilmung selbst konzentriert sich auf den ersten Roman Der Schüler des Geisterjägers, wobei Matt Greenberg (Die Herrschaft des Feuers) die Vorlage in vielerlei Hinsicht abwandelte. So ist Tom in der Vorlage ein dreizehnjähriger Junge, da es aber eine Romanze zwischen ihm und der Hexe Alice gibt, wurde er kurzerhand älter gemacht. Für den Feinschliff am Drehbuch sorgten dann Charles Leavitt (Warcraft, Blood Diamond) und Steven Knight (World War Z 2).
     Das Studio und die Produzenten wollten dem Fantasy Film einen neuen, frischen Genre Look verpassen, weshalb sie den russischen Regisseur Sergey Bodrov, bekannt für seine historischen, phantastischen Werke Der Mongole und Nomad – The Warrior, anwarben. Ihn unterstützte der erfahrene Kameramann Newton Thomas Sigel, der unter anderem alle Filme von Regisseur Bryan Singer (X-Men: Zukunft ist Vergangenheit, Jack and the Giants, Superman Returns) visuell seinen Stempel aufsetzte. Dessen Bilder wiederum schnitten Jim Page (Hänsel und Gretel: Hexenjäger) und Paul Rubell (Transformers 4) zu einem Ganzen zusammen. Für die musikalische Untermalung war Komponist Marco Beltrami (World War Z, Scream) zuständig.

     Damit unbekannte frische Gesichter Hauptfiguren spielen konnten, wurden bekannte, erfahrene Schauspieler für die Balance verpflichtet. So übernahm Charakterdarsteller Jeff Bridges die Rolle des erfahrenen Geisterjägers und Mentors John Gregory. Ob nun in Tron, The Big Lebowski oder True Grit, Bridges ist in jedem Genre zu Hause. Als sein Nemesis die Hexe Malkin agiert die vielseitige Julianne Moore, die zuletzt in Die Tribute von Panem – Mockingjay und Non-Stop zu sehen war. Den angehenden Spook Tom Ward spielt Ben Barnes, der in Die Chroniken von Narnia als Prinz Caspian Erfahrung im Fantasy Genre sammelte. Für seine Liebe, die Hexe Alice, wurde die schwedische Akteurin Alicia Vikander ausgewählt, bekannt aus Inside WikiLeaks - Die fünfte Gewalt, Ex Machina und Codename UNCLE.
      In weiteren Rollen sind Jon Snow aus Game of Thrones alias der Darsteller Kit Harington als Gregorys ehemaliger Protege Billy Bradley, die deutsche Schauspielerin Antje Traue (Man of Steel) als Hexe Bony Lizzie, Djimon Hounsou (Guardians of the Galaxy) als dämonischer Kriegslord Radu, Jason Scott Lee (Hawaii Five-0, Dragon - Die Bruce Lee Story) als Dämon Urag und Olivia Williams (Sabotage) als Tom’s liebende Mutter zu sehen.

    Irgendwie stand SEVENTH SON von Produktionsbeginn unter einem seltsamen Stern. Eigentlich sollte bereits 2011 mit dem Dreh im kanadischen Vancouver begonnen werden, doch dies zögerte sich bis zum März 2012 hinaus. Grund war der Ausstieg von Sam Clafin (Die Tribute von Panem – Mockingjay Teil 1), der eigentlich als Tom Ward vorgesehen war und durch Ben Barnes ersetzt wurde. Letztlich war alles bis Ende 2012 abgedreht und die Nachbearbeitung, sowie die Special Effects sollten bis zum geplanten Kinostart im Oktober 2013 fertig werden.
     Doch zuerst war man nicht mit der Filmmusik zufrieden, so das Beltrami schließlich die Komponisten A. R. Rahman (Elizabeth - Das goldene Königreich) und Tuomas Kantelinen (The Legend of Hercules) beerbte. Dann ging ein wichtiges Visuell Effects Studio insolvent und musste mit neuem Budget gerettet werden, damit die Arbeiten am Film beendet werden konnten. Schließlich wechselte auch noch der Vertrieb von Warner zu Universal. Dies kostete viel Zeit, doch nun kommt er 2015 ins Kino.

     Dank der interessanten Vorlage ist ein actionreiches Spektakel mit epischen Bildern und Atem raubenden Kämpfen entstanden. Die großartigen Darsteller unterstützen dies mit vielen Feinheiten und hauchen den Figuren Leben ein. Jeff Bridges hat Freude daran Gregory auszuloten und mit kleinen Macken bei der Sprache und in Gestik auszustatten, damit er die Figur ein wenig überspitzen kann. Ebenso süffisant zeigt sich Julianne Moore als verführerische und gleichzeitig diabolische Hexe, die sich so als ebenbürtiger Nemesis erweist. Dadurch haben die jüngeren Darsteller wie Barnes und Vikander es schwerer, aber durch ihre individuellen Szenen zeigen sie ihr großes Potential. Gegenüber dem Buch ist der Film simpler gestrickt und konzentriert sich auf den Unterhaltungsfaktor.
     Die Blu-ray hat ein wunderbar klares und frisches Bild. Dazu mischt sich der bomastische 5.1 Ton in den dramatischen Actionszenen, der ebenfalls die feinen Klänge hervorhebt. Die deutsche Synchronisation passt wunderbar, besonders Joachim Tennstedt schafft es Bridges ungewöhnliche Sprachart grandios zu übernehmen. Die Specials sind nicht gewaltig, doch dem Making Of gelingt es einen spannenden Blick auf die Produktion mit Statements der Darsteller zu werfen. Die zusätzlichen Szenen zeigen, unterschiedliche Drehbuchvarianten für bestimmte Szenen und ergänzen die Geschichte auf ihre Art. Das Alternative Ende ist jetzt nicht gerade besonders, setzt aber auf eine andere Zielausrichtung.

SEVENTH SON (Seventh Son)
Regie: Sergey Bodrov
Drehbuch: Charles Leavitt, Steven Knight, Matt Greenberg
nach dem Roman von Joseph Delaney
Kamera: Newton Thomas Sigel - Productiondesign: Dante Ferretti

Schnitt: Jim Page, Paul Rubell - Musik: Marco Beltrami
Darsteller: Jeff Bridges, Ben Barnes, Julianne Moore, Alicia Vikander

Die Daten:
Vertrieb: Universal
Ton: Deutsch DTS 5.1, Englisch DTS-HD MA 7.1
Bild: 16:9, 2.40:1
Länge: 102 Minuten - Jahr: 2014
Bonus: Alternatives Ende, Deleted Scenes, Making of, Visuelle Effekte

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