Donnerstag, 21. Mai 2015

[Film Interview] Outlander - Diana Gabaldon


OUTLANDER
Interview mit Diana Gabaldon

Ab Mitte Mai 2015 läuft auf dem Sender VOX die Highland, Fantasy, Romanzen Saga OUTLANDER. Diese basiert auf der Romanreihe von Diana Gabaldon. Zur Promotion der Serie und der neuen Übersetzung des Romans vom Knaur Verlag besuchte die sympathische Autorin Hamburg, wo ich sie zu einem Interview traf.

     Der Promotion Abend fand im Hamburger Savoy Kino statt. Zuerst gab die Autorin den zahlreichen Fans Autogramme und las dann einige Seiten aus ihrem bald kommenden Buch, sowie aus dem ersten Roman vor. Hierbei wählte sie eine unveröffentlichte Szene, denn irgendwie ist ein Kapitel bei der ersten Übersetzung nicht berücksichtig worden. Der Abend wurde von der bekannten Fernsehmoderatorin Constanze Rick geführt. Nach der Lesung gab es für die Zuschauer die ersten beiden Episoden der OUTLANDER Serie auf der großen Leinwand zu bewundern.
    In meinem Gespräch mit Diana Gabaldon plauderten wir über Buch und die Entstehung der Serie.

MCP: Wie fing es mit der ‚Outlander’ Buchserie an?

     Eigentlich war es ein Unfall. Ich wollte einfach schreiben üben und überlegte mir, was ist das einfachste Genre und für mich war es eine historische Novelle, da ich durch meine Professur gerne Nachforschungen mache und mich gut in Bibliotheken auskannte. Dazu konnte ich, wenn mir nichts einfiele Dinge aus historischen Geschichten ‚borgen’. Da ich keine Erfahrung mit der Historie hatte, fragte ich mich, welche Zeitperiode ich wählen sollte. Die italienische Renaissance oder der amerikanische Bürgerkrieg sagten mir zu, doch dann sah ich im Fernsehen eine sehr alte ‚Doctor Who’ Episode, wo der Doktor einen jungen Schotten aus dem Jahr 1745 mitnahm. Er war in einem engen Kilt gekleidet und ich dachte, der sieht schick aus. Dieses Bild beschäftigte mich die nächsten Tage und schließlich sagte ich mir, fang endlich an zu schreiben und starte die Handlung in Schottland des achtzehnen Jahrhunderts, sonst wird das Buch nie etwas. (lacht)

MCP: Wie liefen die Recherchen ab, durch Reisen zu den Ruinen in Schottland?

     Inzwischen habe ich das Land mehrfach besucht, doch nicht zur Entstehung des ersten Buches. Hier griff ich auf die Bibliothek zurück, denn zuerst war Buch schreiben für mich nur eine Praxisübung. Dazu kommt, ich liebe es in Bibliotheken herumzustöbern.

MCP: Claire ist ein sehr starker Charakter und heutzutage sind starke weibliche Figuren immer noch selten.

     Für mich waren Frauen schon immer stark, es wurde nur nicht oft bemerkt und in den Vordergrund gerückt. Ich mag selbstbewusste Frauen, diese einfachen, stillen und zurückhaltenden Frauen in manchen Werken sagten mir noch nie zu. Natürlich wirkten die ersten starken Frauen eher wie Männer mit Brüsten und kamen sehr maskulin daher, da sie sich prügelten und fluchten. Claire ist weiblicher, natürlich nicht so kräftig wie ein Mann und würde die meisten Kämpfe verlieren, doch sie hat eine unerschütterliche, starke, selbstbewusste Persönlichkeit.

MCP: Wie ist es nur Ihre Bücher durch die Serie lebendig werden zu sehen?

     Es ist ein großartiges Gefühl und ich finde, dass bei der Adaption wunderbare Arbeit geleistet wurde. Mir gefallen das Schauspiel und die optische Umsetzung. Es ist natürlich auch etwas seltsam.

MCP: Beim Blick auf die Serie, gab es da etwas, wo Sie sagen: das hätte ich gerne im Buch gehabt?

     Da gab es immer Momente, wo die Schauspieler einiges besser gesagt haben und einige menschliche Elemente einbrachten, an die ich beim schreiben nicht dachte. Aber im Allgemeinen gab es diesen Moment noch nicht.

MCP: Wie war die Zusammenarbeit mit Serie-Schöpfer Ronald D. Moore?

Links: Diana Gabaldon - Rechts: Sascha Leupold
     Wir hatten eine wunderbare Kooperation. Noch bevor es dem Sender verkauft wurde, kam er zusammen mit seinem Produktionspartner zu mir nach Hause und wir unterhielten uns zwei Tage lang über die Geschichte, die Charaktere und ihre Hintergründe, sowie jene der Reihe. Dabei bemerkte ich unsere gleichen Gedankengänge. Er wusste, wie er die wichtigen Geschichten der Figuren erzählen und beibehalten würde und ich wusste, mein Werk ist in guten Händen gelandet. Dazu kam, sie wollten die Serie für die Fans machen und wussten, das meine Fans sehr eng mit mir kommunizieren. Mir ist es wichtig zu wissen, was sie über meine Werke denken. Deshalb wollte Ronald wissen wie ich die Serie sehe, was mir wichtig ist, was die Fans besonders mögen und was nicht. Natürlich wollte er und der Vertrieb Sony auch, dass ich mit der Umsetzung zufrieden bin, denn es gibt nichts Schlimmeres als einen Autoren, der über die sozialen Medien schreibt, dass die Serie schrecklich ist und jeden warnt sie anzuschauen. (lacht)

MCP: Was war für Sie die schwerste Änderung im Vergleich zum Buch?

     Natürlich kann nie alles aus dem Buch umgesetzt werden. Die Serie ist sechzehn Stunden lang und allein das Buch zu lesen dauert dreiundvierzig Stunden, hat man mir gesagt. (lacht) So wird durch die Bilder vieles erzählt und es mussten viele schwere Entscheidungen gefällt werden, was zur Handlung passt und was nicht. Dagegen wenn ich schreibe, spielt dies keine Rolle, da bin ich Gott und kann mir Höhepunkte selbst an den kleinsten Orten ausdenken. Bei Serien ist es anders, da jede Episode einen eigenen dramatischen Spannungsbogen besitzt. Deshalb bleibt ihnen nichts anderes übrig, als Handlungselemente des Buches zu jonglieren und anders zu justieren. Dies war nur möglich, indem sie das Buch komplett auseinander nahmen und in kleine Teile, Szenen und Unterszenen aufteilten. Klar blieben einige Elemente auf der Strecke, wurden verändert, gekürzt oder gestrichen, aber es ist immer noch Outlander und das ist für mich ausschlaggebend. Natürlich wird es immer Fans geben, die sich fragen, warum diese Szene drin war und jene nicht. Vielleicht ist davon ihre Lieblingsstelle betroffen, aber es mussten Entscheidungen getroffen werde, damit die Serie funktioniert. Ein Buch Eins zu Eins umzusetzen ist eigentlich unmöglich.

MCP: Welcher Schauspieler der Besetzung hat Sie am meisten überrascht?

     Das war auf jeden Fall Sam Heughan und nicht nur weil er der Erste war, der besetzt wurde. Mir haben sie stolz über Telefon mitgeteilt, das sie endlich Jamie mit ihm gefunden und nur vier Tage dazu benötigt haben. Eigentlich rechneten sie, dass es viel länger dauern würde. Sie schickten mir sein Vorsprechen auf Video, doch ich war gerade auf Reisen und konnte keinen Blick drauf werfen. Deshalb habe ich seinen Namen auf meinem Telefon gegoogelt und dann meinem Mann Sam’s Biographie vorgelesen. Uns viel auf, das er wie ein Chamäleon war, da er in jedem seiner Filme steht’s anders aussah. Auch im wahren Leben kann er von Tag zu Tag anders wirken, denn er hat solch wandlungsfähiges Gesicht. Als er besetzt wurde, hatte er noch keine größeren Projekte gemacht, lediglich Serienauftritte, weshalb es nur wenige Fotos im Netz von ihm gab und er auf ihnen oft recht grotesk wirkte. (lacht) Als ich dann endlich das Vorsprechen sah, wusste ich, er war Jamie Fraser.

MCP: Das war ein toller Blick hinter die Entstehung. Vielen Dank dafür.

     Danke ebenfalls fürs angenehme Gespräch.

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