Donnerstag, 19. Juli 2012

[Film Review] The Dark Knight Rises


THE DARK KNIGHT RISES

„Wenn man mehr als einen Menschen aus sich macht, wenn man sich einem Ideal verschreibt, wird man zu etwas gänzlich anderem. Zu einer Legende, Mr. Wayne. Zu einer Legende.“ 

Diese Worte von Ra’s Al Ghul inspirierten Bruce Wayne seinen Weg der Gerechtigkeit einzuschlagen und zum Batman zu werden.
     The Dark Knight Rises zeigt nun den Abschluss einer Trilogie, die Batman Begins einleitete. Hier wird zu beginn des Films ein heiles Gotham City gezeigt. Die Wirtschaft und Infrastruktur blühen und Bruce Waynes Vater Thomas trug mit seiner einflussreichen Firma Wayne Enterprises viel dazu bei. Er selbst hatte immer das Gute der Menschen im Sinn, so arbeitete er trotz seines Reichtums ehrenamtlich im Krankenhaus. Doch die Wende im Leben des jungen Bruce geschah nach einem Theaterbesuch, wo er den Tod der Eltern durch einen Dieb miterleben musste. So wie ab diesem Zeitpunkt die Welt von Bruce zerbrach, so begann der Verfall von Gotham City. Danach war er ein Schatten seiner selbst. Egal wie viel Mühe sich seine Jugendfreundin Rachel Dawes oder der väterliche Alfred gaben. Erst als Bruce vor der Wahl stand, den Mörder seiner Eltern selbst zu richten, veränderte sich etwas in ihm.

„Dies ist eine Welt, die Sie niemals verstehen werden.
Und Sie werden immer fürchten, was Sie nicht verstehen.“ (Gangsterboss Carmine Falcone)

     Bruce Wayne beschloss die Welt des Verbrechens hautnah zu studieren, bis er schließlich im Gefängnis landete. Er lernte einen Mann namens Henri Ducard kennen, der sich später als Ra’s Al Ghul herausstellte und ihm einen Weg zeigte, das Böse in der Welt direkt zu bekämpfen. Leider unterschieden sich Al Ghuls Methoden von denen, die Bruce Wayne für sich festgesetzt hatte. Denn Mitleid und nicht Rache sollten ihn auszeichnen.
     Zurück im korrupten Gotham City entsann er der Stadt ein Ideal, ein Symbol der Hoffnung und Rettung für die Hilflosen und eines der Furcht für die vom Weg abgekommenen. Batman war geboren. Dank der Ressourcen seiner Firma Wayne Enterprises und dem Entwickler Lucius Fox verfügte Bruce über die technischen Möglichkeiten Batman noch stärker und effektiver zu machen.
     Zuerst griff er das organisierte Verbrechen an und stürzte die Mafiaorganisation unter Carmine Falcone. Doch Falcone war nur Mittelsmann eines weit größeren Plans unter dem Leiter der Arkham Asylum Irrenanstalt Dr. Jonathan Crane. Crane, welcher auch als Scarecrow gefürchtet wurde, experimentierte mit Toxinen, die die Angst im Menschen vergrößerten. Batman entdeckte, das hinter Crane noch ein weiterer und gefährlicher Mann stand - Ra’s Al Ghul. Mit diesem Toxin plante Ra’s Al Ghul die Stadt in Angst und Schrecken zu versetzen und schließlich sich so selbst zu zerstören. Es kostete Batman alle Kraft Al Ghul in letzter Sekunde aufzuhalten. Trotz des Schreckens, der über Gotham gebracht wurde, begannen die Menschen wieder das Licht der Hoffnung am Horizont zu sehen.
     Ein Wächter kreiste seit jenem Zeitpunkt über der Stadt und die Verbrecher fürchten ihn. Weitere Streiter für Gerechtigkeit erhielten durch sein Vorbild den Mut aufzustehen, wie die Staatsanwälte Rachel Dawes und Harvey Dent. Mit Hilfe von Batman gelang es Dent die gesamte Mafia anzuklagen. Doch diese wendete sich an einen Mann, der Gotham nur brennen sehen wollte. Einen unberechenbaren Verbrecher in einem lilafarbenen Anzug, mit grünen Haaren und einem weiß geschminkten Gesicht, sowie einem breiten rotem Grinsen.

„Ich glaube, alles was einen nicht tötet, macht einen … komischer.“ (Joker)

     Mit einem teuflischen Spiel versetzte der Joker die Stadt in Panik. So sehr sich auch Gordon, Dent und Batman bemühten, der Joker war ihnen stets einen Schritt voraus. Dabei zeigte er ihnen auf, wie stark die Korruption in den eigenen Reihen und wie schnell ein Mensch zu manipulieren war, der etwas zu verlieren hatte.

„Ich will diesen Pläneschmiedern zeigen, wie armselig ihre Versuche etwas zu kontrollieren in Wahrheit sind.“ (Joker)

     Indem Joker Harvey Dent in eine feurige Falle lockte und dabei dessen Verlobte Rachel Dawes tötete, brach er dessen Sinn für Gerechtigkeit. Dent wurde in diesem Inferno durch schwere Verbrennungen der rechten Gesichtshälfte gezeichnet. Nicht nur optisch, sondern auch geistig gespalten, wurde er zu Two Face, einem Mann, der seine Handlungen vom Zufall abhängig machte. Der Wurf einer Münze symbolisierte dies für ihn.
      Batman schaffte es unter großem Aufwand Joker zu stoppen und festzunehmen, doch als Sieger fühlte er sich nicht. Harvey Dent, ein gerechter Mensch, als weißer Ritter Gothams bezeichnet, wurde zu einem Mann, der den Glauben an das Gute verloren hatte und Selbstjustiz ausübte. Gerade als dieser Gordons Sohn töten wollte, damit dieser fühlte, wie es war, einen geliebten Menschen zu verlieren, griff Batman dazwischen. Im Tumult stürzte Dent in den Tod. Doch Batman und Gordon beschlossen den Wandel von Dent geheim zu halten und ihn weiterhin als Helden von Gotham glänzen zu lassen, damit die Menschen durch seine guten Taten weiterhin Hoffnung empfanden und den Glauben an das Gute bewahrten. So nahm Batman Dents Tod auf seine Schultern.

„Weil er der Held ist, den Gotham verdient, aber nicht der ist, den es gerade braucht. Also jagen wir ihn, weil er es ertragen kann. Und er ist kein Held. Er ist ein stiller Wächter. Ein wachsamer Beschützer. Ein Dunkler Ritter.“ (Jim Gordon)

     Acht Jahre vergehen und Frieden kehrte in Gotham ein. Batman wacht im Schatten und die Taten von Männern wie Harvey Dent und Jim Gordon werden der Vergangenheit zugeschrieben. Während einer Feier flüstert eine geheimnisvolle Schönheit Bruce Wayne etwas zu.

„Ein Sturm zieht auf.“ (Selina Kyle)

     Und sie behält Recht. Zum einen treibt eine katzenartige Einbrecherin ihr Unwesen und zum anderen beschließt ein Mann namens Bane Gotham zu unterjochen. Bane ist ein hochintelligenter Stratege und Terrorist, der Batman als persönlichen Nemesis auserkoren hat. Er schafft es in Gotham einen Krieg zu inszenieren, der in einem direkten Duell gegen Batman endet. Batman kann Bane nicht besiegen und dieser vernichtet den dunklen Ritter, während er Bruce Wayne in eine Gefängnishölle sperrt. Auch mental geschlagen, liegt es an Bruce nicht nur sich selbst, sondern auch Batman wieder aus der Asche zu erheben.

„Am Dunkelsten ist die Nacht vor der Dämmerung.
… Eines Tages wird sich Batman für die Gesetze, die er gebrochen hat verantworten müssen, aber vor uns. Nicht vor diesem Wahnsinnigen.“ (Harvey Dent)

     Regisseur Christopher Nolan legte großen Wert darauf jeden seiner Batman Filme einzeln wirken zu lassen und doch sollten sie zusammen eine Einheit ergeben. Bei genauem hinschauen bemerkt der Zuschauer, wie wichtig es ihm war sehr viel Symbolik, Ethik und Werte zu vermitteln.
     Laut frühen Interviews von Nolan stand er zu Beginn der Produktion zu The Dark Knight Rises vor großen Schwierigkeiten. So sollte ursprünglich Batmans Hauptgegner erneut der Joker sein, gerade weil Heath Ledger eine brillante Darstellung ablieferte und die Figur noch so viel Potential bot. Zwar war ebenfalls darüber nachgedacht worden einen anderen Darsteller als Joker zu casten, doch Nolan hatte das Gefühl, ein Nachfolger würde zu stark an Ledgers Leistung gemessen und dies Schade nur. Deshalb wurde ein neuer Gegner für The Dark Knight Rises gesucht.
     Das Erscheinen von Catwoman war ohnehin geplant und doch war es ein langer Weg bis letztlich Anne Hathaway (Der Teufel trägt Prada) die Rolle bekam. Eine Zeit lang geisterte sogar durch die Medien, das Megan Fox (Transformers) bereits dafür unterschrieben habe. Doch Catwoman sollte nicht nur schön sein, sondern auch Grazie und Vielschichtigkeit präsentieren. Da selbst in den Comics Catwoman eine Figur war, die oft zwischen Gut und Böse wankte und eine spezielle emotionale Beziehung zu Batman hatte, musste noch ein weiterer Gegner auftauchen, als direkter Gegenpart.
     Im Batman Universum gibt es eine Vielzahl von vielschichtigen Bösewichten, nur eignete sich nicht jeder für Nolans Batman Welt. Denn er war immer darauf bedacht, Batmans Geschichte nah an unserer realen Welt zu erzählen und den Fantasy-Anteil gering zu halten.
      Wer also sollte es werden? 
      Pinguin, Riddler, Killer Croc, Clayface, Mad-Hatter, Mr. Freeze oder Poison Ivy?

„Ich bin kein Monster. Nur der Zeit voraus.“ (Joker)

     Ziemlich früh kamen Gerüchte auf, das Johnny Depp Riddler spielen würde, was aber nie Tatsache war. Ein weiterer möglicher Widersacher wäre Hugo Strange, ein wahnsinniger Wissenschaftler, Psychologe und Erpresser, der Feinde durch ihre Schwächen manipulierte. Letztlich entschied sich Christopher Nolan für Bane. Optisch erinnert dieser stark an einen Bodybilder und Wrestler, weshalb er auch auf diese Art im Film Batman & Robin eingesetzt wurde. Doch Bane ist keinesfalls ein stumpfsinniger Handlanger, er ist viel mehr und das zu Recht.
      Sein Name bedeutet Fluch, Ruin und Verderben, was er als skrupelloser Terrorist beweist. Die Figur wurde als Anti-Batman entworfen, der jedem Gegner körperlich und geistig überlegen scheint. Spektakulärster Auftritt von Bane war die „Knightfall“-Saga 1993. Hierin reiste Bane nach Gotham City, weil Batman ein Alptraumwesen verkörperte, das ihn in seinen Träumen verfolgte. Um dieses zu besiegen richtete er allen Hass auf Batman, wollte ihn stürzen und an Stelle des „Fledermausmannes“ die Herrschaft über Gotham City antreten. Er bereitete sorgfältig seinen Plan vor, indem er anfing Batman zu studieren. Zum Auftakt unterzog er an ihm verschiedene „Tests“. Sich selbst forderte Bane heraus, indem er Killer Croc, einen der gefürchtetsten Kriminellen der Gothamer Unterwelt, im Zweikampf besiegte und den geisteskranken Edward Nigma alias Riddler verwundete. Um seinen Plan letztlich zu verwirklichen, zerstörte Bane das Arkham Asylum und befreite sämtliche Insassen.
      Batman, der gerade gesundheitlich angeschlagen war, fing nach und nach einige der gefährlichsten Insassen wieder ein, doch dabei verausgabte er sich derart, dass er nur noch ein Schatten seiner selbst war. Inzwischen hatte Bane Batmans Geheimidentität als Bruce Wayne geschlussfolgert und wählte diesen Moment, um sich ihm im Zweikampf zu stellen. In der Bathöhle, Batmans Unterschlupf, wo das Duell sich abspielte, besiegte Bane Batman. Um seinem Sieg ultimativ zu gestalten, bracht er ihm nach dessen Niederlage das Rückgrat.

„Was ich im inneren bin zählt nicht. Nur was ich tue zeigt, wer ich wirklich bin.“ (Batman)

      Und genau diesen epischen Teil der „Knightfall“-Saga griff Christopher Nolan auf, um den Sturz und den Aufstieg des dunklen Ritter zu zeigen. Das Teaser Plakat mit Bane und der zerbrochenen Maske Batmans spielt genau auf diesen Moment an. Ein kluger Schachzug, einen der emotionalsten Handlungssträngen aus der Comicreihe aufzugreifen, der nicht nur aufzeigt, dass hinter Batman ein normaler Mensch stand, sondern ebenfalls wie wichtig es war, selbst nach einer Niederlage, nach Schmach sich wieder aufzurappeln.

„Warum denn so ernst?“ (Joker)

     Mit dem Charakterdarsteller Tom Hardy als Bane, welcher ebenfalls in Nolans Inception zu sehen war, wählte er jemanden, der mit Augen und Gestik, vielseitige Emotionen und gleichzeitig brutale Skrupellosigkeit zeigen konnte.
     Weiter sammelte Christopher Nolan auch diesmal seine stetigen Begleiter, sei es hinter der Kamera oder davor zusammen. So übernahmen auch im dritten Teil Gary Goldman, Morgan Freeman und Michael Caine ihre bekannten Rollen. In weiteren Rollen sind Joseph Gordon-Levitt und Marion Cotillard zu sehen, beide ebenfalls aus dem Inception Cast.
     Unsere Ohren betreut Hans Zimmer erneut mit bombastischen musikalischen Klängen und für die Augen ist Kameramann Wally Pflister (Oscar für Inception) verantwortlich. Schon bei The Dark Knight entschieden sich Pflister und Nolan anstatt in 3D zu drehen, was der Verleih gerne gehabt hätte, für den Einsatz der IMAX Kamera. Hierbei entstanden einige sehr beeindruckende Szenen, die viel Kritikerlob ernteten. Nun setzte er bei weit mehr Szenen auf das IMAX Format, was den Film noch spektakulärer macht.
     Wie auch schon The Dark Knight 2008 ist dessen Fortsetzung und Trilogie Abschluss einer der Meilensteine und Highlights im Kinojahr 2012, der nicht verpasst werden darf. Der Film fesselt von beginn an und erzählt in Ruhe eine vielschichtige Geschichte. Nolan verpackte alles in epische Bilder mit gewaltigen Actionszenen. Es begeistert zu sehen, wie sich die Figuren entfalten und die Story den einen und anderen Twist aufweist. Zwar gibt es längere ruhige Passagen, die ungewöhnlich für die modernen Filme geworden sind, weil sich einfach Zeit für die Geschichte und Charaktere genommen wird. Oft sagen Bilder mehr als Dialoge aus, gerade wenn es um den Terror in Gotham City geht.
     Kann der dritte Teil The Dark Knight toppen oder ist besser? Diese Frage muss jeder für sich selbst beantworten und Nolan sagte selbst, das er es nie versuchen wollte, weil wenn man es will, es meist nicht gelingt.

THE DARK KNIGHT RISES
Regie: Christopher Nolan
Produktion: Emma Thomas, Christopher Nolan, Charles Roven
Drehbuch: Jonathan und Christopher Nolan
Kamera: Wally Pfister, ASC
Productiondesign: Nathan Crowley, Kevin Kavanaugh
Schnitt: Lee Smith, ACE - Musik: Hans Zimmer
Darsteller: Christian Bale, Michael Caine, Gary Oldman
Warner Bros. / USA 2012 / Länge: 165 Min.

Siehe auch: [Film Review] The Dark Knight Rises - Die Charaktere

Artikel in abgewandelter Form erstmals erschienen in: Nautilus - Abenteuer & Phantastik, www.fantasymagazin.de 

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen